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Fine Art Print, gerahmt | Formate: 160cm x 106cm (Auflage: 5 +2AP) u. 86cm x 59cm (Auflage: 7 +2AP)

Schneepublikum

Die erste Spur im Schnee zählt zu den prominenten Motiven der Wintertourismuswerbung. Unberührte, jungfräuliche Landschaft eben, das Versprechen, diese als Erste zu betreten. Solche Motive wird man bei Hechenblaikner kaum finden. Vielmehr dokumentiert er Spuren, Bewegungen und Formationen des Massenpublikums. Während die Blicke des Publikums Schispringern, Abfahrtsläufern oder Popstars gelten, interessiert er sich dafür wie dieses sich formiert oder im Begriff ist, sich wieder aufzulösen. In der schrägen Aufsicht bewegen sich die Menschen wie auf einem Tableau. Arbeitet er dabei mit langen Belichtungszeiten, dann sind Menschen manchmal nur noch als Schatten zu sehen, schemenhaft, flüchtig, als Verwischungen. Dank der Optik des apparativen Blicks werden Dinge sichtbar, die dem menschlichen Auge so kaum auffallen würden. Das Kameraauge schafft eine Polarität zwischen dem, was sich in Bewegung befindet, Menschen etwa, und dem, was an seinem Ort verharrt, weggeworfene Bierdosen etwa.

Dr. Bernhard Kathan

 

Die Serie „Schneepublikum“ besteht aus Bildern, welche man als „Kippfiguren“ bezeichnen könnte. Einerseits lässt einen das dynamische Geschehen auf den Fotografien durchaus nachdenklich werden und an die komplette Durchdringung einer Berglandschaft denken. Anderseits, und diese Wahrnehmung verändert Hechenblaikners Bilder vom Dokumentarischen zum Künstlerischen, sind diese Bilder von betörender Schönheit. Sie besitzen die verführerische Qualität von Impressionen und erinnern an gemalte Tableaus. Und sie öffnen den Raum weit in unsere Wahrnehmung hinein. Ambivalenz also, und die vielfache Lesemöglichkeit von Bildern war schon immer ein Merkmal guter Kunst.

Walter Keller